Halloween-Party nicht versichert?

Die absurdesten Unfälle passieren bei der Arbeit

Handelt es sich um einen Arbeits- oder Wegeunfall, haben verunglückte Arbeitnehmer Anspruch auf Leistungen der gesetzlichen Unfallversicherung. Für Freizeitunfälle dagegen leistet die gesetzliche Unfallversicherung nicht. Die Sozialgerichte, die darüber entscheiden müssen, sind dabei regelmäßig mit den komischsten Unfallkonstellationen konfrontiert.

Hier ein paar kuriose (Un-)Fälle und die Urteile dazu:

Verletzungen auf Halloween-Party – Arbeitsunfall oder Freizeitunfall?
Studenten richteten in der Mainzer Universität eine Halloween-Party aus. Während der Feier nahm sich einer der Gäste unbefugt ein Bier aus dem Kühlschrank, es kam zu einer Rangelei, der Veranstalter schritt ein und verletzte sich dabei schwer an der Hand.
Urteil: Kein Fall für die studentische Unfallversicherung! Bei der Studenten-Party an Halloween handelte es sich nicht um eine universitäre Veranstaltung, somit besteht auch kein Versicherungsschutz in der studentischen Unfallversicherung, so das Sozialgericht Mainz (Urteil v. 18. Juni 2018; AZ S 14 U 45/17).

Eingeschlafen und vom Stuhl gefallen
Während der Dienstzeit fällt ein eingeschlafener Beamter vom Stuhl und bricht sich dabei die Nase.
Urteil: Arbeitsunfall! Die Begründung des Gerichts überrascht: Die gesetzliche Unfallversicherung muss zahlen, wenn ein Arbeitnehmer durch Überarbeitung einschläft und sich dabei verletzt (Quelle: SPON).

Ski heil – nur nicht beim Telefonieren
Ein Versicherungsvertreter nimmt auf der Skipiste den Anruf eines Kunden entgegen. Sein Headset ist im Skihelm integriert, so dass er auch auf der schwarzen Piste telefonieren kann. Um die Sprecheinrich¬tung besser zu positionieren, nimmt er sich mit der Hand kurz selbst die Sicht - und stürzt schwer bei der Abfahrt.
Urteil: Kein Arbeitsunfall! Wer gleichzeitig einer privaten Tätigkeit, dem Skifahren, und einer beruflichen, dem Kundentelefonat, nachgeht, hat keinen gesetzlichen Unfallversicherungsschutz, urteilt das Landessozialgericht München (Aktenzeichen: L 17 U 409/14).

Unterschätztes Risiko: Wasser holen im Home-Office
Ein Arbeitnehmer arbeitet zu Hause in seiner Dachgeschosswohnung. Zum Wasser holen steigt er eine Treppe hinunter und stürzt schwer.
Urteil: Kein Arbeitsunfall! Laut Bundessozialgericht könne man den Arbeitgeber nicht für die Risiken in der privaten Wohnung des Arbeitnehmers verantwortlich machen (Aktenzeichen B 2 U 5/15 R).

Gut zu wissen: Egal, ob bei der Arbeit oder in der Freizeit: Die private Unfallversicherung schützt vor Unfällen rund um die Uhr. Unser Tarif gilt für alle Berufe. Egal ob Sie körperlich oder handwerklich tätig sind – wir erheben keinen (Berufsgruppen-)Zuschlag.

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